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CHRISTOPH BIERMANN: DIE TABELLE LÜGT IMMER"- EIN VORTRAG ÜBER FUSSBALL, ZUFALL UND DATEN

16.06.26 FUSSBALL VORTRAG - Journalist und Fußballexperte Christoph Biermann kam am 16. Juni als Gast in die Vorlesung „Die Kultur des Fußballs“ von Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Matías Martínez. Biermann, der unter anderem für das Magazin „11Freunde“ schreibt, begibt sich in seinem Vortrag auf die Suche nach dem Zufall im Fußball – er berichtet über Gespräche mit Trainern, Managern, Vereinsbesitzern und Mathematikern und darüber, was er bei diesen Begegnungen herausgefunden hat.

Warum die Tabelle nicht die Wahrheit sagt
Christoph Biermann beginnt seinen Vortrag mit einer provokanten These: „Die Tabelle lügt immer.“ Um dies zu verdeutlichen, startet er eine Blitzumfrage im Publikum: Wer glaubt, dass die Abschlusstabelle die wahre Leistung einer Mannschaft widerspiegelt? Die meisten Zuhörer bleiben skeptisch – ein Zeichen dafür, wie sehr Fußballfans um die Unberechenbarkeit ihres Sports wissen. Als Einstieg zeigt Biermann ein unterhaltsames Experiment: Lionel Messis „Crossbar Challenge“, bei der der Ausnahmefußballer versucht, die Torlatte zu treffen. Dieses Video leitet über zum Kernkonzept seiner Analyse: Expected Goals (xG). Während die Torwahrscheinlichkeit eines einzelnen Schusses berechnet wird, summieren Expected Goals die Torchancen eines Spielers oder Teams über eine Partie hinweg. Sie ermöglichen eine neue Perspektive auf Effizienz – jenseits der reinen Trefferzahl.
Ein prägnantes Beispiel ist die Karriere von Paco Alcácer, einem spanischen Stürmer, dessen Torquote in verschiedenen Ligen stark schwankte. Beim FC Barcelona traf er in seinen ersten 12 Spielen 12 Mal, während er in der Bundesliga beim BVB zunächst eine phänomenale Quote von 1,34 Toren pro 90 Minuten erreichte – doch seine Expected Goals lagen deutlich niedriger. Diese Diskrepanz zeigt: Tore sind nicht gleichbedeutend mit guter Leistung. Glück, Form und individuelle Fähigkeiten spielen eine große Rolle. Biermann führt das Konzept der Expected Points (xP) ein: eine Tabelle, die nicht auf Ergebnissen, sondern auf den tatsächlichen Torchancen basiert. Sie offenbart, welche Teams über- oder unterdurchschnittlich abschnitten – und entlarvt so die „Lügen“ der klassischen Abschlusstabelle.

Zufall, Daten und die Illusion der Kontrolle
Im Hauptteil seines Vortrags vertieft Biermann die Rolle von Zufall und Wahrscheinlichkeit im Fußball. Im Vergleich zu Sportarten wie Basketball oder Volleyball ist Fußball besonders unberechenbar: Ein großes Spielfeld, wenige Tore und viele Zweikämpfe machen ihn anfällig für Glücksmomente. Selbst Außenseiter können durch eine Serie günstiger Entscheidungen oder eine unerwartete Dynamik zum Meister werden. Doch der Fußball ist nicht nur Spielball des Glücks. Datenanalyse hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Biermann erzählt von seiner Begegnung mit Jim Towers, einem Pionier der Fußball-Datenwissenschaft. Towers, der einst behauptete, Ergebnisse interessierten ihn nicht – nur die Leistung –, wurde zum erfolgreichen Clubbesitzer (u. a. des FC Brentford in der Premier League). Seine Philosophie: Fußball als Wahrscheinlichkeitsspiel verstehen und durch kluges Taktieren die eigenen Chancen maximieren.
Heute nutzen viele Vereine Expected Goals und Expected Points, um Transfers zu bewerten oder Spielstrategien anzupassen. Doch Biermann warnt: Daten sind nur ein Werkzeug. Selbst Spitzenstürmer wie Harry Kane übertreffen ihre xG-Werte regelmäßig, während andere Spieler darunter bleiben. Zudem spielen Faktoren wie Verletzungen, Schiedsrichterentscheidungen oder psychologische Effekte eine Rolle – Dinge, die sich nicht in Algorithmen pressen lassen.
Sein Fazit: Fußball bleibt ein Spiel der Emotionen und Überraschungen. Daten können helfen, Muster zu erkennen, aber sie erklären nicht alles. Die wahre Kunst liegt darin, beide Welten – die der Statistik und die der menschlichen Faktoren – in Einklang zu bringen. Denn was macht den Fußball zur beliebtesten Sportart auf diesem Planeten? „Wir gucken dem Schicksal bei der Arbeit zu“, lautet die anschauliche Antwort des Christoph Biermann. Und kommen wir da zu seinem Herzensclub, dem VfL Bochum, der vier Spielzeiten in der 1. Bundesliga mitmischte und dreimal den FC Bayern München schlagen konnte.

Warum Fußball mehr ist als nur Zahlen

Christoph Biermanns Vortrag gipfelt in einer klaren Botschaft: Fußball ist und bleibt ein Spiel des Zufalls. Die Tabelle mag die Realität abbilden – aber sie lügt, wenn sie vorgibt, die wahre Stärke einer Mannschaft widerzuspiegeln. Expected Goals und Expected Points bieten wertvolle Einblicke, doch sie sind kein Allheilmittel.
Biermann plädiert dafür, den Fußball nicht nur als Datensatz zu sehen, sondern als Sport, der von Geschichten, Emotionen und unerwarteten Wendungen lebt. Daten können Transparenz schaffen, aber sie dürfen nicht die Magie des Spiels zerstören. Sein Buch „Die Tabelle lügt immer“ zeigt: Erst wenn wir den Zufall akzeptieren, verstehen wir den Fußball wirklich.
Für Fans bedeutet das: Genießt die Unberechenbarkeit! Für Verantwortliche in Vereinen heißt es: Nutzt Daten als Hilfsmittel – aber vergesst nie die menschliche Komponente. Denn am Ende geht es im Fußball nicht nur um Punkte, sondern um Leidenschaft, Dramatik und die Momente, die sich keiner Statistik fügen.

TOP TEN TORJÄGER REGIONALLIGA BIS KREISLIGA B


Regionalliga West
Platz Spieler  - Verein Tore

1. Eduard Probst - SV Rödinghausen 19
2. Leon Demaj - Sportfreunde Lotte 15
2. Yassin Ben Balla - FC Schalke 04 II 15
4. Deniz Bindemann - Fort. Düsseldorf II 14
4. Enzo Wirtz SC - Fortuna Köln 14
4. Jan Urbich - Bor. Mönchengladbach II 14
4. Patrik Twardzik - FC Gütersloh 14
8. Dustin Wilms - Sportfreunde Siegen 13
9. Hamadi Al Ghaddioui - SC Fortuna Köln 12
10. Luis Hartwig - VfL Bochum II 11


Bezirksliga Gruppe 2
Platz Spieler - Verein Tore

1. Alphonso Henock Manata - FSV Vohwinkel 35 
2. Davide Mangia - RW Wülfrath 33
3. Alen Vincazovic - TUSPO Richrath 26
4. Alessio Mangia - BV Gräfrath 24
5. Niklas Dörrier - FSV Vohwinkel 23
6. Nermin Hadzic - Viktoria Rott 21
7. Max Niklas Zäh - SV Solingen 20
7. Gianluca Gagliardi - TUSPO Richrath 20
9. Ismail Cakici BV - Gräfrath 19


Kreisliga A
Platz Spieler - Verein Tore

1. Tim Domann - SC BB Barmen 38
2. Fabian Helmes - SV Velbert 27
3. Ariman Khalo - GW Wuppertal 25
3. Tobias Freese - FC Mettmann 25
5. Ruslan Zinakov - SC Sonnborn 23
6. Joshua Effenberger - SV Velbert 19
7. Niklas Nauß - TSV Dornap 17
7. Giuseppe Sparacio - SSVg Heiligenhaus 17
9. Leon Richarz - SV Jägerhaus Linde 16
9. Mika Höhl - SV Velbert 16


Kreisliga B
Platz Spieler - Verein Tore

1. Adriano Toch - SV Heckinghausen 57
2. Steven Winterfeld - TFC Wuppertal 50
3. Furkan Er - TFC Wuppertal 47
4. Mohamed El Abdouni - VfL Wuppertal 22 38
5. Frederic Lühr - TSV Gruiten 37
6. Steven Linder - Wuppertaler SV II 34
7. Yassin El Ghanou - TVD Velbert II 30
8. Nabil Azouagh - TFC Wuppertal 25
9. Sanaba Niabaly - Fort. Wuppertal II 23
10. Florian Günther - TSV Union Wuppertal 22

NEUER CHEFTRAINER FÜR DEN WSV: TIM SCHNEIDER, NEUER SPORTCHEF LENNART STRUFE

12.06.26 FUSSBALL OBERLIGA - Lennard Strufe ist der neue Sportchef des WSV – wie wir bereits vor zwei Wochen exklusiv berichtet haben. Er hat die schwere, aber doch sehr interessante Aufgabe mit dem neuen Cheftrainer Tim Schneider eine total veränderte Mannschaft aufzubauen. Strufe war bis vor zehn Jahren beim WSV (Geschäftsstelle, Jugendtrainer usw.) tätig, bevor es ihn in die Bundesliga zog.
Trainer Tim Schneider, der 44-Jährige wechselt vom VfB Hilden zum WSV, mit dem er in der abgelaufenen Saison den Meistertitel in der Oberliga erreichte und den Aufstieg in die Regionalliga realisierte. In den vergangenen Jahren hat sich Schneider durch seine kontinuierliche Arbeit, seine fachliche Kompetenz sowie seine Entwicklung von Spielern einen hervorragenden Ruf erarbeitet.
Tim Schneider war der absolute Wunschkandidat des Wuppertaler SV für die vakante Position des Cheftrainers. Der Verein hat sich nach intensiven Gesprächen frühzeitig und bewusst für ihn entschieden. In den Entscheidungsprozess war auch der neue Sportvorstand bereits eingebunden, dessen offizielle Vorstellung zeitnah erfolgen wird. Die Zusammenarbeit ist langfristig angelegt und auf Kontinuität sowie nachhaltige Entwicklung ausgerichtet. Gemeinsam mit dem Trainerteam und den Verantwortlichen soll eine Mannschaft geformt werden, die durch Einsatzbereitschaft, Leidenschaft und eine klare spielerische Identität überzeugt.
„Der Wuppertaler SV hat eine besondere Strahlkraft und ein enormes Potenzial. Die Gespräche mit den Verantwortlichen waren von Beginn an sehr klar und vertrauensvoll. Ich freue mich sehr darauf, gemeinsam mit dem Verein etwas aufzubauen und die Mannschaft intensiv auf die kommende Saison vorzubereiten“, so Tim Schneider. Foto: WSV

BHC NIMMT EMMA MONTAG UNTER VERTRAG

10.06.26 HANDBALL FRAUEN 2. LIGA - Der Bergische HC hat für die kommende Saison Emma Montag für die vakante
Rechtsaußen-Position verpflichtet. Die 21-Jährige hatte zuletzt eine Handballpause eingelegt, lief davor für den BSV Sachsen Zwickau in der Bundesliga auf. Während ihrer Jugendzeit spielte die Linkshänderin drei Jahre bei der HSG Blomberg-Lippe und wurde 2023 mit den Ostwestfalen unter Trainer Ruben Voßhans, dem zukünftigen BHC-Trainer, Deutscher A Jugendmeister. Der Kontakt zu ihrem damaligen Übungsleiter ist nie abgerissen. „Es war eine tolle Zeit in Blomberg. Da hat das Handballspielen Spaß gemacht. Als Ruben anklopfte, war schnell klar, dass ich noch einmal angreifen möchte.“
Beim BHC soll sie die Lücke schließen, die Hannah Kamp nach ihrem Abschied vom Leistungshandball hinterlassen hat. Und mit Lucy Krahwinkel trifft sie auf eine junge Positionskollegin, die trotz ihrer erst 20 Jahre Dienstälteste BHC-Spielerin ist. „Ich freue mich auf mein neues Team. Das BHC-Projekt ist spannend und ich bin mir sicher, dass hier der Spaß zurückkommt.“
Geschäftsführerin Assina Müller zeigt sich zufrieden mit der Entwicklung, dass eine weitere junge Spielerin den Weg zum BHC findet: „Wir freuen uns sehr über die Verpflichtung von Emma. Mit ihrer Physis, ihrem großen Wurfrepertoire und der Erfahrung aus der 1. Liga wird sie unserem Team sofort weiterhelfen und wichtige Impulse an ihre Positionspartnerin Lucy weitergeben. Nach dem vorübergehenden Karriereende von Hannah mussten wir nochmals tätig werden – mit Emma haben wir die ideale Lösung gefunden.“

MANATA UND LÜHR - DAS AUFSTIEGSDUO?

10.06.26 UM DIE BARTH KANONE - Seite mehreren Jahrzehnten veröffentlicht der FUSSBALL-REPORT regelmässig die erfolgreichsten Torjäger. Im Vorjahr siegte Fredy Lühr vor Henock Manata. In diesem Jahr gewann Manata mit grossem Vorsprung den Wettbewerb und stürmt in der Bezirksligasaison 26/27 wieder mit dem vom TSV Gruiten heimgekehrten Lühr. Die Abschluss-TOP TEN mit den erfolgreichsten Wuppertaler Torschützen:

  1. Alphonso Henock Manata FSV Vohwinkel 35 Tore
  2. Niklas Dörrier FSV Vohwinkel 23 Tore
  3. Nermin Hadzic SC Viktoria Rott             21 Tore
  4. Aleksandar Stanojevic FK Jugoslavija   18 Tore
  5. Luca Lenz FK Jugoslavija    17 Tore
  6. Benedikt Steven SSV Germania   15 Tore
  7. Jonas Schneider FSV Vohwinkel   11 Tore
  8. Tim Zemlianski FSV Vohwinkel   10 Tore
      Kleomenis Tsioutsioulitis Cronenberger SC   10 Tore
      Dominik Schäfer Cronenberger SC     10 Tore

TRAINERLEGENDE KIMPENHAUS 90 JAHRE

10.06.26 HANDBALL JUBILÄEN - Die älteren Beyeröhder Handballer, lange Jahre die Nummer zwei hinter dem Nachbarn LTV, und die Beyeröhder Handballgirls, vor 40 Jahren Deutscher Vizemeister, kommen in diesen Wochen nicht zur Ruhe. Feiern ist angesagt. Einige Male im Jahr treffen sich die „ollen Beyeröhder“, diesmal aus besonderem Anlass: Trainerlegende Wolfgang Kimpenhaus wurde stolze 90 Jahre alt. In Mettmann, wo „Kimpi“, der mit dem TVB und dem LTV erfolgreich war, wurde diesmal gefeiert. Das Foto zeigt von rechts Waldi Nagel, Kimpenhaus, Dirk Gellisch, Ina Kimpenhaus, Bernd Wefers, Achim Kling und Michael Rölver.

DOPPELTE FREUDE AUF DEM FREUDENBERG

08.06.26 FUSSBALL SAISONABSCHLUSS – Es war keine entspannte Saison beim SSV Germania 1900 Wuppertal. Sowohl die 1. Mannschaft rutschte in der Bezirksliga in den Tabellenkeller, als auch die Zweitvertretung in der Kreisliga B. Um so erfreulicher, dass beide Teams auf der Zielgraden der Spielzeit aufatmen und die Klasse halten konnten. Da bot es sich am letzten Spieltag an, die Heimspiele zeitgleich auszutragen. Die erste Garde empfing die Zweitvertretung der SSVg Velbert auf dem Naturrasenplatz, wo die Hausherren beim 3:1 als Sieger vom Grasfeld gingen. Die Gäste werden auch kommende Saison wieder Gegner der Germanen sein. Auf den Kunstrasenplatz spielte der Tabellendritte SC Uellendahl seine Dominanz aus. Die Eulen  schlugen Germania II um Spielertrainer Christian Köppe mit 7:3. Nach dem Abpfiff glühte bereits die Holzkohle und die Getränke waren gekühlt. Foto: Odette Karbach

RIESENERFOLG FÜR BERGISCHEN HANDBALL

07.06.26 HANDBALL BUNDESLIGA - Mit dem Bundesliga-Vierten VfL Gummersbach und dem DHB-Pokal-Vizemeister BHC stellt Handball-Großraum Bergisches Land erstmals zwei Vertreter in der European League. Gummersbach beendete die erfolgreiche Saison mit einem 28:27-Sieg gegen die Rhein Neckar-Löwen, dem neuen Klub von BHC-Kreisläufer Aaron Seesing, der mit sechs weiteren Spielern verabschiedet wurde. Er gab in seinem Abschiedsspiel vor knapp 3000 Zuschauern in der Uni-Halle Kostproben seines beachtlichen Könnens ab und war am 29:28-Sieg am Sonntagnachmittag gegen Frisch Auf Göppingen maßgeblich beteiligt. Wie die Mannschaft der Solinger bei den Europacupspielen aussehen wird, steht noch in den Sternen. Fest steht, dass unbedingt noch Verstärkungen geholt werden müssen. Fest steht auch nicht, wo der BHC seine Heimspiele austragen wird. Aller Voraussicht nach in der heimischen Klingenhalle in Solingen, die für internationalen Handball geeignet ist. Die vielen Fans aus der Handballhochburg Solingen hätten es verdient.

Fotos aus der Wuppertaler Unihalle: Jochen Classen

CRONENBERG HOLT TITEL

06.06.26 ROLLHOCKEY - Aller guten Dinge sind drei. Eine Woche nach dem Titelgewinn der Damen - Meisterschaft und Pokal - schafften auch die Herren erstmals nach 14 Jahren das Meisterstück im Rollhockey. Prima vorbereitet zeigten sich die Rollhockey-Herren des RSC Cronenberg, als sie die Saison nach knapp verlorenem zweiten Play-off-Finalspiel mit dem 6:2 im dritten Endspiel alles klar machten. Erste Gratulantin in Herringen war die ehemalige Klassespielerin Sabine Drübert, Mutter des überglücklichen Nationalspielers Tom. Foto: Odette Karbach / Ute Fuchs

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